Raspberry Pi als Fileserver

Raspberry Pi Beitragsbild

In diesem Artikel geht es um die Einrichtung eines Dateiservers auf Basis eines Raspberry Pi. Es gibt noch viele weitere  Aufgaben, die ein Raspberry Pi als Homeserver übernehmen kann. Eine Übersicht über Artikel die sich mit diesem Thema beschäftigen findest Du unter Übersicht: Homeserver/NAS mit dem Raspberry Pi


Der Raspberry Pi ist ein beliebter Mini-PC für Bastelprojekte. Er ist nicht nur günstig zu bekommen, er ist zudem noch extrem flexibel einsetzbar. Die Vielzahl an Raspberry Pi Projekten die im Internet zu finden sind zeigt dies eindrucksvoll.

Auch bei Bit Reporter.de sind schon eine Vielzahl an Artikeln zum Raspberry Pi erschienen. So wurde im Artikel NextcloudPi Teil 1: Eigene Cloud mit RaspberryPi und Nextcloud eine eigene Cloudlösung auf Basis des Raspberry Pi mit Nextcloud erstellt. Damit können nicht nur Dateien im Netzwerk und im Internet freigegeben werden, sondern auch Kontakte und Kalender verwaltet und synchronisiert werden.

Wenn man jedoch nur seine Dateien für alle Computer im Heimnetzwerk zur Verfügung stellen möchte, ist die NextcloudPi Lösung überdimensioniert. Für diesen Fall kann mit der Software Samba der Raspberry Pi als Fileserver eingerichtet werden. Eine einfache und wartungsarme Lösung.

Die Installation des Betriebssystems

Falls noch nicht geschehen, muss zuerst ein Betriebssystem auf dem Pi installiert werden. Am einfachsten ist es hierzu das offizielle Standardsystem Raspbian zu nutzen, welches auf der Linux-Distribution Debian basiert und für den Raspberry Pi angepasst wurde.

Um das Image des Betriebssystems auf die SD-Karte des Pi zu übertragen kann das Programm Echer verwendet werden. Etcher kann kostenlos unter https://etcher.io/ heruntergeladen werden.

Anschließend wird die aktuelle Version von Raspbian von der Homepage des Raspberry Pi Projekts heruntergeladen.

Als nächstes wird die Image-Datei mit Etcher auf eine Micro-SD Karte übertragen. Grundsätzlich kann man Etcher direkt den Pfad zur heruntergeladenen .zip Datei mir Raspbian übergeben. Die Datei muss vorher nicht entpackt werden. Wenn die Übertragung abbricht kann es helfen die .zip Datei vorher zu entpacken und und Etcher direkt die .img Datei zu übergeben. Anschließend kann die SD-Karte in den Raspberry Pi eingesetzt und dieser gebootet werden.

Damit ist die Installation des Betriebssystems bereits vollständig abgeschlossen. Nach dem booten begrüßt einen der Raspberry Pi direkt mit dem betriebsbereiten Desktop.

Raspbian Grundkonfiguration

Vor der Einrichtung des Fileservers sollten ein paar Grundeinstellungen des Betriebssystems angepasst werden.
Zuerst kann die Sprach- und Tastatureinstellungen auf Deutsch umgestellt werden. Die Einstellungen hierfür findest du unter im Startmenü (Himbeersymbol) unter Preferences -> Raspberry Pi Configuration im Reiter Localisation

Mit dem Punkt Set Locale werden die Spracheinstellungen gesetzt. Bei Language und Country wählt man “de” für Deutsch. Die Timezone wird auf “Europe/Berlin” gesetzt, das Keyboard Layout auf Germany/German.

Raspberry Pi Grundkonfiguration

Als letztes sollte unter dem Reiter System mit “Change Password” das Passwort für den Standardbenutzer geändert werden. Der Standardbenutzer heißt “pi” das Standardpasswort lautet “raspberry”.

Raspberry Pi Passwortänderung

Nachdem die Änderungen vorgenommen wurden muss der Raspberry Pi neu gestartet werden. Damit werden die Änderungen übernommen. Nach einem Neustart sind sowohl Sprache als auch Tastatureinstellungen auf Deutsch umgestellt. Als nächstes kann der Raspberry Pi als Fileserver eingerichtet werden.

Installation von Samba

Die Installation von Samba für den Dateiserver ist schnell erledigt. Da sich Software in den Paketquellen des Betriebssystems befindet kann diese direkt über das Softwarecenter heruntergeladen und installiert werden. Das Softwarecenter findet sich unter Start (Himbeersymbol) -> Einstellungen -> Add/Remove Software

Über das Suchfeld muss man nur noch nach Samba suchen. Damit werden einem alle Programme angezeigt, die den Begriff Samba im Namen tragen. Wir müssen für unsere Zwecke das Paket mit dem Namen “SMB/CIFS file, print, and login server for Unix” installieren. Die geschieht indem man vor dem Namen einen Haken setzt und unten im Fenster auf OK klickt. Nach ein paar Minuten ist das Programm einsatzbereit und kann konfiguriert werden.

Samba auf dem Raspberry Pi installieren

Benutzer anlegen

Freigaben können öffentlich oder privat, also mit Passwortabfrage erstellt werden. In diesem Beispiel werden wir zuerst eine öffentliche Freigabe erstellen. Im nächsten Schritt wird eine passwortgeschützte Freigabe erstellt. Hierfür wird jetzt der Benutzer angelegt. Der Einfachheit halber wird der Standardbenutzer pi verwendet. Zum erstellen von Benutzern muss ein einfacher Befehl im Terminal abgesetzt werden. Das Terminal findet man unter Himbeere -> Zubehör -> LXTerminal

sudo smbpasswd -a pi

Samba Benutzer anlegen

Damit ist das anlegen des Benutzers erledigt.

Den Samba Dateiserver konfigurieren

Beim Samba Dateiserver handelt es sich um eine Serversoftware für Linux. Typisch für Linuxserver ist, dass die Konfiguration über Textdateien stattfindet und nicht über eine grafische Oberfläche. Die Konfigurationsdatei für den Samba-Server findet sich unter /etc/samba/smb.conf. Dateien die hier gespeichert sind dürfen nur mit Administrator-/Rootrechten geändert werden. Dafür muss der Texteditor mit entsprechenden Rechten gestartet werden. Am einfachten geht dies wenn man über Start -> Run das Ausführen-Fenster öffnet und folgenden Befehl eingibt.

gksudo leafpad /etc/samba/smb.conf

Leafpad als Root öffnen

Es wird jetzt eine große Konfigurationsdatei geöffnet. Die Zeilen die mit einer Raute beginnen sind deaktiviert und werden vom Programm nicht berücksichtigt. Diese Funktion kann auch genutzt werden um beispielsweise Kommentare in eine Konfigurationsdatei einzufügen.

In diesem Beispiel wird eine Freigabe für den Ordner /home/pi/Public erstellt, welcher sich standardmäßig im Benutzerverzeichnis befindet. Natürlich können auch andere Ordner, beispielsweise auf einer externen USB-Festplatte freigegeben werden. Externe Festplatten befinden sich unter /media/BENUTERNAME/NAME-DER-FESTPLATTE

Freigabeordner
Der Inhalt dieses Ordners wird später im Netzwerk freigegeben.

Erstellen einer öffentlichen Freigabe

Wie der Name Publich schon sagt, soll dieser Ordner öffentlich freigegeben werden. Das heißt dass alle Benutzer im Netzwerk darauf zugreifen, Dateien darin speichern und löschen können. Es erfolgt in diesem Fall keine Passwortabfrage. Der Ordner dient also dazu z.B. Dateien mit Gästen auszutauschen.

Hierzu wird am Ende der Datei folgender Text eingegeben.

[Öffentlich]
Comment = Pi öffentlicher Ordner
Path = /home/pi/Public
Browseable = yes
Writeable = Yes
Public = yes
Guest ok = yes
force user = pi

Deaktivieren der Standardfreigabe Share

Standardmäßig wird von Samba eine Freigabe namens share eingerichtet. Diese wird in diesem Beispiel nicht genutzt. Damit dies beim einbinden von Freigaben in andere Computer nicht zu Verwirrungen führt, wird diese deaktiviert. Einstellungen können deaktiviert werden wenn man ein # vor die Zeile setzt. Damit muss man die Zeilen nicht löschen und kann die Einstellungen später einfach wieder aktivieren indem die Raute entfernt wird.

Erstellen einer Passwortgeschützten Freigabe

Für den Zugriff auf Passwortgeschützte Freigaben wurde im ersten Schritt bereits ein Benutzername und Passwort erstellt. Das erstellen der Freigabe selbst funktioniert wie das erstellen der öffentlichen Freigabe. Die Konfiguration muss nur leicht abgeändert werden. In diesem Beispiel wird der Video Ordner im Benutzerverzeichnis passwortgeschützt freigegeben. Hierzu wird am Ende der Konfigurationsdatei folgendes eingefügt.

[Videos]
comment = Videos
path = /home/pi/Videos
write list = pi
valid users = pi
force user = pi

Die detaillierten Angaben wir Public, Guest usw. wie im öffentlichen Beispiel sind hier nicht nötig. Die Freigabe hat automatisch die Rechte die der Benutzer pi hat.

Das Ende der Konfigurationsdatei mit den vorgenommenen Änderungen sieht dann so aus.

Freigaben in der smb.conf

Aktivieren der Einstellungen

Damit die vorgenommenen Änderungen wirksam werden muss der Samba-Dienst neu gestartet werden. Hierzu kann entweder der komplette Rapsberry Pi neu gebootet werden, oder man gibt untenstehenden Befehl in das Terminal ein. Damit wird nur der Samba-Dienst beendet und neu gestartet.

sudo systemctl restart smbd.service

Zugriff auf die Freigaben

Damit ist der Raspberry Pi als Filesever im Heimnetzwerk einsatzbereit. Der Zugriff darauf kann mit allen Programmen erfolgen die das SMB/CIFS Protokoll unterstützen. Dies ist das normale Protokoll, mit dem die Windows Netzwerkfreigaben erstellt werden.

Unter Windows findet man die Freigaben automatisch im Explorer unter Netzwerk.

Zugriff auf Freigaben


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