Der Raspberry Pi hat leider keinen eingebauten An-/Ausschalter. Wenn man den Minicomputer mit dem Strom verbindet, dann bootet er. Möchte man den Pi wieder starten, nachdem er heruntergefahren wurde, muss man ihn einmal vom Strom trennen und anschließend neu verbinden. Dies geht besonders einfach, indem man ein Stromkabel mit integriertem Schalter verwendet (Kabel mit An-/Ausschalter für den Raspberry Pi).

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Eine wirklich elegante Lösung ist das jedoch nicht. Häufig arbeitet ein Raspberry Pi ohne angeschlossenen Bildschirm und Tastatur in einer Ecke der Wohnung. Beispielsweise als NAS oder Homeserver. Möchte man ein solches System neu starten, muss man sich Remote auf dem System einloggen. Oder man trennt den Pi mit oben angesprochenem Kabel hart vom Netz, ohne ihn herunterzufahren. Das kann im schlimmsten Fall aber zu einem Datenverlust führen kann.

Besser wäre ein Schalter, der auf dem Raspberry Pi ein Signal zum Hoch- bzw. herunterfahren aktiviert. So wie man es von normalen Computer kennt.

Glücklicherweise ist auch das mit ein wenig Bastelarbeit kein Problem. Sogar ohne Programmierkenntnisse.

Erstaunlicher Weise vollziehen sich viele spannende Änderungen am Raspberry Pi im Hintergrund. So unterstützt der Raspberry Pi seit Version drei Beispielsweise das Booten von USB-Datenträgern. Ebenso unterstützt er das verarbeiten eines Signals zum Hoch- bzw. herunterfahren, das über einen simplen Taster gesendet wird, der mit der GPIO-Leiste des Raspberry Pi verbunden ist.

Was wird benötigt? Teileliste und Einbau des Ein-Ausschalter für den Raspberry Pi

Um den Raspberry Pi mit einem richtigen An-/Ausschalter zu versehen wird lediglich ein Taster und ein zweipoliger Stecker für die Steckerleiste des Raspberry Pi benötigt.

Wer noch ein altes Computergehäuse hat, kann hierfür den Startknopf oder den Reset-Switch ausbauen. Wer es etwas schöner mag und ein wenig Bastelarbeit nicht scheut, kann sich einen passenden Taster besorgen, Stecker anlöten und den Taster in das Gehäuse des Rasperry Pi einbauen.

Einkaufsliste.

Die einfache Version. Fertig, ohne Löten. Dafür optisch weniger ansprechend.
PC Schalter/Reset Switch*


Optisch ansprechendere und flexiblere Version. Dafür muss gelötet werden. Beim Kauf anderer Taster darauf achten, dass diese nicht zu lang für das Gehäuse des Raspberry Pi sind.
Taster
Kabel mit Buchse (Jumper Wire Female)

Wichtig ist, dass ein Taster verwendet wird, kein Schalter. Ein Schalter stellt eine dauerhafte Verbindung zwischen den beiden Polen her, wie man es von einem Lichtschalter kennt. Einmal schalten = an, nochmal schalten = aus. Ein Taster stellt nur kurz eine Verbindung zwischen den Polen her, nämlich nur solange der Taster gedrückt wird. Eben wie man es von einem Startknopf oder Reset-Switch im Desktop Computer kennt. Ein solcher Taster wird benötigt.

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Dieser Taster muss nun mit GPIO3 und Ground auf der Steckerleiste des Raspberry Pi verbunden werden. Dabei handelt es sich um die dritte Pin-Reihe auf der GPIO-Leiste des Raspberry Pi. Die Pins werden von der Seite aus gezählt, auf der sich die SD-Karte befindet (siehe Bild).

Der An-/Ausschalter für den Raspberry Pi muss mit GPIO3 und Ground verbunden werden.

Damit ist der Hardwareseitige Teil bereits abgeschlossen.

An-/Ausschalter in der Raspberry Pi Firmware aktivieren

Damit der Schalter funktioniert, muss dieser noch in der Firmware des Raspberry Pi aktiviert werden. Hierzu muss eine neue Befehlszeile in die Datei /boot/config.txt eingefügt werden. Diese lautet:

dtoverlay=gpio-shutdown,gpio_pin=3, active_low=1,gpio_pull=up

Die Zeile sorgt dafür, dass der Raspberry Pi den Stecker GPIO3 permanent auf Signale überwacht. Wird auf diesem Pin durch das drücken des Tasters ein Signal erkannt, wird das Herunterfahren des Betriebssystems ausgelöst. Auch wenn die Funktion eigentlich zum Herunterfahren des Raspberry Pi gedacht ist, so kann damit auch ein Neustart ausgelöst werden. Wenn der Pi nämlich bereits heruntergefahren wurde, löst ein erneutes drücken einen Neustart aus.

Am besten nimmt man die Änderung an der /boot/config.txt vor, indem man die SD-Karte in einen anderen Computer einsteckt. Im laufenden Betrieb kann die Datei auf dem Raspberry Pi nicht mit normalen Benutzerrechten geändert werden.

Damit die neue Konfiguration aktiviert wird, muss die SD-Karte wieder in den Pi eingesetzt werden und dieser ganz normal gebootet werden.

Nachdem der Bootvorgang abgeschlossen ist, kann über einen Druck auf den Taster das Herunterfahren ausgelöst werden. Ein erneuter Druck auf den Taster startet den Raspberry Pi wieder.

Raspberry Pi mit An-/Ausschalter

Wenn ihr lieber Videos schaut als Texte zu lesen, oder mir einfach beim bauen zuschauen wollt, könnt ihr euch untenstehendes Video zu diesem Beitrag anschauen.

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10 Kommentare

    • Ich kann dazu leider nichts sagen. Bei mir funktioniert es einwandfrei (siehe Video), auch mit einem 3B+. Was bei dir anders ist weiß ich nicht.

  1. Wenn ich den Pi ausschalten will, startet dieser immer wieder neu. Nach erneutem Druck bleibt er an. Wieso bleibt er nicht aus?

    • Eventuell benutzt du einen Schalter der dauerhaft eine Verbindung zwischen den beiden Pins herstellt, bis bis man den Schalter erneut drückt. Es funktioniert nur mit einem Taster, der nur solange eine Verbindung herstellt wie man auf den Taster drückt.

    • Hallo Thorsten,
      wenn du die genannten Pins GPIO 3 und GND verbindest passiert nichts. GPIO 3 hat einen eingebauten Widerstand, der über den Eintrag in der config.txt (gpio_pull=up) zugeschaltet wird. Dies scheint wohl auch die Standardeinstellung zu sein, so dass auf diesen Eintrag in der config.txt evtl. auch verzichtet werden kann. Das wollte ich aber nicht testen.
      Wenn du andere Pins direkt miteinander verbindest kann es in der Tat sein, dass der Raspberry Pi zerstört wird.

    • Hallo Marc,
      Es wird das gleiche Signal gesendet, wie wenn man den Pi über das Startmenü herunter fährt. D.h. es werden alle Dienste ordentlich beendet.

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