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Top 5 Anbieter für verschlüsselte Cloud Backups [2018]

Die meisten Anwender sichern ihre Daten heutzutage irgendwie. Jedem ist bewusst wie schnell eine wichtige Datei versehentlich gelöscht ist, oder eine Festplatte kaputt geht. Damit man in solchen Fällen immer eine aktuelles Backup zur Hand hat muss dieses am besten regelmäßig und automatisch erstellt werden. Das manuelle kopieren auf einen USB-Stick ist deshalb nur eine Notlösung. Besser ist es eine spezielle Backupsoftware zu nutzen.

Aber auch das automatische Sichern auf einer externen Festplatte hat seine Nachteile. Oft ist ein Backup nötig wenn ein Virus die Festplatte löscht, oder Ransomware die Festplatte verschlüsselt um Geld zu erpressen. Eine dauerhaft am Computer angeschlossene externe Festplatte kann daher genauso Opfer von Schadsoftware werden. Es ist also sinnvoll eine externe Festplatte nur an den Computer anzuschließen während das Backup läuft. Somit kann die Sicherung wieder nicht automatisiert werden. Außerdem sind externe Festplatten im Brandfall oder Wasserschaden verloren.

Eine Lösung für all diese Probleme bietet ein Backup in der Cloud. Dort ist die Sicherung vor Feuer und Diebstahl geschützt. Der Zugriff erfolgt nur über die Backupsoftware. Somit kann ein Cloud Backup nicht von einem Virus gelöscht werden.

Dafür ist ein Backup in der Cloud ein potentielles Problem für die Privatsphäre. Schließlich lädt man seine privaten Dateien auf einen Server der irgendwo auf der Welt steht und auf den unbekannte Menschen Zugriff haben. Wer Wert darauf legt dass seine privaten Daten auch privat bleiben, der muss dafür sorgen dass seine Daten nur verschlüsselt in der Cloud gespeichert werden. Damit hat auch der Anbieter keinen Zugriff auf die Daten.

Die folgenden fünf Anbieter erfüllen alle diese Voraussetzung.

SpiderOak One

  • Ab $5/Monat für 150 GB bis $25/Monat für 5TB
  • Es können beliebig viele Computer gesichert werden
  • Anzahl der Sicherungen alter Dateiversionen nur durch Speicherplatz limitiert

Alle hier vorgestellten Dienste verschlüsseln die Daten vor dem Upload und speichern diese auch verschlüsselt auf den Servern. SpiderOak hebt jedoch besonders hervor, dass die Privatsphäre der Nutzer bei ihren Produkten oberste Priorität hat und der Anbieter niemals Zugriff auf die Daten der Nutzer hat. Es ist also zu hoffen dass man sich hier bei der Umsetzung auch keine Schnitzer erlaubt hat, da es sich um ein Hauptverkaufsargument handelt.

Spideroak Anwendung

SpiderOak bietet verschiedene Tarife mit unterschiedlichem Speicherplatz an. Der günstigste Tarif bietet 150 GB für 5 US-Dollar pro Monat oder 59 US-Dollar pro Jahr. Der teuerste Tarif bietet 5 TB für $25/Monat oder $279/Jahr. Die Anzahl der Geräte die gesichert werden können ist unbegrenzt. Auch die Häufigkeit und Anzahl der Sicherungen die vorgehalten werden wird nur durch den Speicherplatz begrenzt.

Neben dem reinen Cloud Backup können mit SpiderOak One auch Dateien verschlüsselt über mehrere Computer synchronisiert werden. Der Dienst bietet sich hier als Datenschutzfreundliche Alternative zu Dropbox an. Leider ist die Unterstützung für Smartphones hier nicht so gut. Man kann über die App zwar auf die synchronisierten Daten zugreifen, kann allerdings keine Daten wie Photos o.ä. vom Smartphone in die Cloud und auf die eigenen Computer laden.

Das Wiederherstellen von Dateien erfolgt direkt über die Software. Wenn mehrere Versionen einer Datei mit unterschiedlichem Alter vorliegen werden diese aufgelistet. Aus dieser Liste wird dann die gewünschte Datei/Ordner ausgewählt.

Die Software ist in deutscher Sprache für Windows, MacOS und Linux verfügbar.

SpiderOak One kann 21 Tage lang mit 2GB Speicherplatz kostenlos getestet werden

direkt zu SpiderOak One


Crashplan for small Business

  • $10/Monat pro Computer
  • Unbegrenzter Speicherplatz
  • Alte Versionen werden nicht gelöscht solange das Abo läuft

Crashplan war lange Zeit einer der beliebtesten Dienste für Cloud Backup. Dies lag vor allem an den günstigen Tarifen für Privatanwender. Diese wurden leider mittlerweile eingestellt. Derzeit bietet Crashplan nur noch seinen Crashplan for small Business Tarif an, für 10 US-Dollar pro Gerät. Hierfür erhält man aber nach wie vor unbegrenzen Speicherplatz. Backups können für unbegrenzte Zeit (bzw. solange man bezahlt) gespeichert werden, während andere Backupdienste nur Versionen der letzten 30 Tage vorhalten. Wer nur wenige Computer, dafür aber große Datenmengen sichern möchte, für den ist Crashplan for small Business immer noch eine gute Alternative. Der Name des Produkts suggeriert zwar dass sich das Produkt an Geschäftskunden richtet, Crashplan for small Business kann aber genauso von Privatanwendern genutzt werden. Außerdem sind keine langen Vertragslaufzeiten vorgesehen. Das Produkt kann monatlich gekündigt werden.

Die Backupsoftware wird für Windows, MacOS und Linux angeboten und in deutscher Sprache verfügbar.

Crashplan Backup Software

Ergänzt wird der Dienst um eine Smartphone-App, die einem eine Übersicht über die gesicherten Computer gibt. Außerdem lassen sich Dateien aus den Computerbackups auch auf dem Smartphone wiederherstellen. Sichern lassen sich aber keine Daten auf dem Smartphone.

Crashplan App

Beim Wiederherstellen wird über einen Kalender ausgewählt welche Version einer Datei oder eines Ordners aus der Cloud geladen werden soll.

Crashplan for Small Business kann einen Monat kostenlos getestet werden.

direkt zu Crashplan


Backblaze

  • $5/Monat pro Computer
  • unbegrenzter Speicherplatz
  • alte Versionen werden nur 30 Tage vorgehalten
  • eingeschränkte Wiederherstellungsoptionen

Backblaze wirbt damit dass man für die unterstützten Platformen Windows und MacOS native Anwendungen schreibt und nicht auf platformübergreifende Technologien wie Java setzt. Die Software sei daher besonders sicher.

Das Preismodell von Backblaze ist denkbar einfach. Man bezahlt pro gesichertem Computer 5 US-Dollar pro Monat. Dafür erhält man unbegrenzten Speicherplatz. Es werden Backups der letzten 30 Tage vorgehalten. Außerdem kann man sich seine Sicherungen kostenpflichtig auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte zuschicken lassen.

Backblaze Software

Die Auswahl der zu sichernden Dateien läuft bei Backblaze etwas anders. So gibt der Dienst an, dass alle Dateien gesichert werden, mit Ausnahme bestimmter Systemdateien sowie temporären Dateien. Der Benutzer hat nur die Möglichkeit Dateien oder Ordner von der Sicherung auszuschließen. Auch die Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Daten ist anders als bei anderen Diensten. Neben den oben beschriebenen Möglichkeiten des Festplattenversands hat man nur die Möglichkeit sich ältere Dateien und Ordner über das Webinterface als .zip Datei herunterzuladen. Das Wiederherstellen großer Datenmengen könnte so schwierig werden. Die anderen Dienste bieten hier die Wiederherstellung beliebiger Dateien direkt über die Software an.

Backblaze Wiederherstellungsoptionen

Auch Backblaze bietet eine Smartphone App an. Über die App können die auf dem PC gesicherten Daten auf das Smartphone heruntergeladen werden.

Backblaze kann 15 Tage kostenfrei getestet werden.

direkt zu Backblaze


CloudBerry Backup

  • ca. €32 einmalig pro Computer
  • Speicherplatz nicht enthalten. Es muss externer Speicher (z.B. Google Drive) genutzt werden
  • riesiger Funktionsumfang

Cloudberry Backup ist selbst kein Anbieter von Cloudbackups, sondern stellt eine Software für Cloudbackups zur Verfügung. Der Speicherplatz selbst muss bei einem anderen Anbieter besorgt werden. Cloudberry Backup unterstützt dabei eine riesige Anzahl an Speicheranbietern. So können beliebige FTP/SFTP Server eingesetzt werden. Außerdem wird Google Drive und Microsoft OneDrive unterstützt. Eine komplette Übersicht ist in diesem Screenshot zu sehen. Natürlich sind auch lokale Backups, z.B. auf eine externe Festplatte möglich.

Cloudberry unterstützte Speicher

Die Software gibt es für Privatanwender in zwei Versionen. Eine kostenlose Version und eine kostenpflichtige Pro-Version. Mit der kostenlosen Version können Backups bis maximal 200GB verwaltet werden. Außerdem werden keine verschlüsselten Backups unterstützt. Die Pro Version kostet 29,99 US-Dollar zuzüglich MwSt. womit man derzeit auf insgesamt ca. 32€ kommt. Bei diesem Betrag handelt es sich um eine Einmalzahlung für den Erwerb der Software. Dann werden auch verschlüsselte Backups unterstützt und es können Backups bis zu einer Maximalgröße von 5TB erstellt werden.
Wie gesagt, Speicherplatz ist im Preis für die Software nicht inbegriffen. Die Software ist für Windows, MacOS und Linux verfügbar.

Cloudberry Backup

Das Programm startet auf englisch, kann in den Einstellungen aber auch auf Deutsch umgestellt werden.

Von allen hier vorgestellten Möglichkeiten ist Cloudberry Backup die komplexeste, aber auch die mit Abstand flexibelste und mit den meisten Funktionen.

Es können mehrere sogenannte Backuppläne erstellt werden. So können z.B. alle Dateien stündlich auf eine externe Festplatte gesichert werden, zusätzlich aber einmal pro Woche in die Cloud. Oder man sichert seinen Benutzerordner zu Google Drive, den Ordner mit den Bildern zusätzlich noch auf Microsofts OneDrive.

Auch beim Wiederherstellen lässt sich detailliert einstellen welche Version welcher Datei an welchem Ort wiederhergestellt werden soll.

direkt zu Cloudberry Backup


Carbonite

  • ab $59,99/Jahr pro Computer
  • unbegrenzter Speicherplatz
  • alte Versionen werden 3 Monate vorgehalten
  • Integration in Windows Explorer
  • sichert nur bestimmte Dateitypen automatisch

Carbonite ist als einzige hier vorgestellte Software nur in Englisch für Windows und MacOS verfügbar. Auch finde ich die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig. Trotzdem möchte ich Carbonite hier vorstellen da es einen interessanten Ansatz bietet, den die anderen nicht haben. Eine Integration in den Windows Explorer.

Die Pakete haben eine Laufzeit von mindestens einem Jahr. Bei längeren Laufzeiten gibt es einen Rabatt. Das günstigste Paket bietet unlimitierten Speicherplatz für einen Computer und kostet 59,99 US-Dollar für ein Jahr. Carbonite unterscheidet in seinen Paketen ob interne oder externe Laufwerke gesichert werden sollen. Wer auch externe Festplatten sichern möchte muss dafür 99,99 US-Dollar pro Jahr und Computer berappen.

Die Software selbst bietet wenig Funktionen. Sie dient vor allem als Statusanzeige.

Carbonite Software

Welche Ordner gesichert werden wählt man mit einem Rechtsklick auf den Ordner und der Auswahl der entsprechenden Option. Leider zeigt sich Carbonite hier etwas eigenwillig. So entscheidet die Software selbständig welche Dateien innerhalb eines Ordners es wert sind gesichert zu werden. Dies wird einem durch ein kleines grünes Symbol angezeigt. Bilder werden automatisch gesichert. Installationsdateien von Programmen jedoch nicht. Wenn man solche .exe-Dateien ebenfalls sichern möchte, muss man diese wiederum einzeln zum Backup hinzufügen. Immerhin weist Carbonite einen auf diese Situation mit einer Dialogbox hin.

Carbonite erstellt im Explorer ein Netzlaufwerk, in welchem man durch seine gesicherten Dateien browsen kann. Auch hier kann man Dateien und Ordner einfach mit einem Rechtsklick wiederherstellen. So lassen sich versehentlich gelöschte Dateien einfach wieder zurück bringen.
Alternativ ist auch hier ein Download der Dateien über ein Webinterface möglich.
Von geänderten Dateien werden mindestens die letzten drei Versionen vorgehalten, unabhängig vom Alter. Wenn mehr Versionen existieren werden Backups der letzten drei Monate vorgehalten.

Carbonite Backup Drive

direkt zu Carbonite


Titelbild “cloud-computing-computer-2116773” von Pixabay unter CC0 Creative Commons Lizenz


 

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