Seine Beliebtheit verdankt der Mini-Computer Raspberry Pi, neben dem Preis, vor allem seiner Flexibilität. Aus diesem Grund wurde er die Basis für viele Bastelprojekte. Gerade in Sachen Cloudanbindung und Zusammenarbeit mit kommerziellen Diensten, stößt man mit der Linux-Basis des Raspberry Pi manchmal an seine Grenzen.

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Da jedoch nahezu alle Diensteanbieter eine Adroid App im Angebot haben, bietet es sich eventuell an ein Android auf seinem Raspberry Pi zu installieren. Eine Möglichkeit dies schnell und komfortabel zu erreichen ist die Nutzung von Emteria.OS. Hierbei handelt es sich um eine speziell für den Raspberry Pi erstellte Android-Version.

Preise

Emteria.OS ist nicht kostenlos, es gibt jedoch eine kostenlose Testversion, die jedoch an vielen Stellen eingeschränkt ist. So erscheint beispielsweise in regelmäßigen Abständen der Hinweis, dass es sich nur um eine Testversion handelt. Außerdem wird das System in der kostenlosen Version alle 8 Stunden neu gestartet. Zudem kann das System nicht aktualisiert werden.

Die Preise für die Vollversion sind jedoch moderat. So bekommt man die Personal-Version, ohne die oben genannten Einschränkungen für einmalig 19€ pro Gerät.

Eine Business-Version für einmalig 99€ pro Gerät bringt weitere Funktionen wie ein VNC-Server, für externen Zugriff auf das Gerät oder einen Kiosk-Mode mit.

Um zu testen ob Emteria.OS die eigenen Anforderungen erfüllt, reicht die kostenlose Version allemal. Wenn man sich entscheidet das System dauerhaft zu nutzen, dann wird in den aller meisten Fällen die Personal-Version ausreichen.

Installation von Emterio.OS auf dem Raspberry Pi

Emteria.OS bietet ein Installationsprogramm für Windows, MacOS und Linux, mit welchem sich die erforderlichen Daten auf die SD-Karte des Raspberry Pi übertragen lassen. Etwas lästig ist, dass man sich, um das Betriebssystem von der Herstellerseite herunterladen zu können, zuerst einen Account erstellen muss. Nachdem man sich in den account eingeloggt hat, gelangt man auch zur Downloadseite.

Nach dem Start des Installationsprogramms muss man wählen, welche Version man nutzen möchte. Im Dropdown-Menü findet man die aktuelle Betaversion, sowie stabile Versionen. Möchte man das System ernsthaft und dauerhaft einsetzten, wählt man besser die stabile Version.

Emteria Installationsprogramm

Nachdem die Daten auf die SD-Karte übertragen wurden, kann man diese in den Raspberry Pi einlegen und booten.

Emteria.OS Android auf dem Raspberry Pi starten

Nach dem booten werden einem zuerst einige Einrichtungsdialoge präsentiert. Genau wie man es von einem Android Telefon oder Tablet kennt. Dabei fragt man sich eventuell das erste Mal, wie man das System denn nun bedient.

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Da Android für Geräte mit Touchscreen optimiert ist, gilt dies natürlich auch für Emteria.OS. Wenn man seinen Raspberry Pi mit einem Tocuscreen betreibt, dann lässt sich das Geräte genau so bedienen, wie man es von einem Android Smartphone gewohnt ist.

Natürlich kann man auch eine Maus und Tastatur verwenden. Dann ist die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem gut möglich. So scrollt man durch die Länderauswahl, indem man mit der rechten Maustaste klickt, die Taste gedrückt hält und dabei die Liste nach oben oder unten bewegt.

Die Aufforderung zur Aktivierung kann man mit weiter überspringen und bekommt damit automatisch die kostenlose Testversion.

Nach der Einrichtung empfängt einen Emteria.OS mit der von Android bekannten Oberfläche. Am unteren Bildschirmrand findet man die Buttons für die Funktionen “Zurück”, “Home”, und den Appswitcher. Für Neugierige bietet es sich an, sich zuerst ein wenig durch die Einstellungen zu hangeln um das System kennen zu lernen.

Emteria OS Desktop

Auch hier stellt sich die Bedienung mit Maus und Tastatur wieder als ungewohnt heraus. Dies ist natürlich nicht das Problem von Emteria.OS, sondern liegt daran, dass ein auf Touchbedienung optimiertes OS mit fremden Eingabemethoden bedient wird. Hier bekommt man eine Ahnung, welche Herausforderung es insbesondere für Microsoft ist, ein System zu entwickeln, welches sowohl mit Maus/Tastatur, als auch mit den Fingern komfortabel bedient werden kann.

Die derzeit aktuelle Betaversion basiert auf Android 7.1.2. Damit ist das System nicht brandaktuell, für Android-Verhältnisse kann man es aber auch nicht als veraltet bezeichnen.

Apps

Wahrscheinlich aus Lizenz-Gründen kommt Emteria ohne Google Play Store. Die standardmäßig vorhandene Appauswahl ist dadurch natürlich eingeschränkt.

Als Appstore kommt F-Droid zum Einsatz, den einige vielleicht auch vom Smartphone kennen. Hierbei handelt es sich um einen alternativen Appstore, der ausschließlich Open-Source-Software im Angebot hat. WhatsApp, Facebook usw. sucht man in F-Droid also vergeblich. Wer jedoch einfach einen Email-Client, eine Bildergalerie usw. benötigt, der wird auch bei F-Droid fündig.

F-Droid auf dem Raspberry Pi

Wenn man für die benötigte App keine Alternative in F-Droid findet, so muss man sich die APK aus anderen Quellen besorgen. Viele Anbieter bieten ihre Android App direkt zum Download an. So kann beispielsweise die Netflix-App direkt auf der Homepage von Netflix heruntergeladen werden, ganz ohne App-Store.

Geschwindigkeit und Stabilität

Die Geschwindigkeit des Systems hing bei mir extrem von der verwendeten SD-Karte ab. Dies ist ein generelles Problem, vor dem man bei Raspberry Pi Projekten steht. Aber auch mit einer schnellen SD-Karte ist das System eher träge. Hier merkt man deutlich, dass der Raspberry Pi eben doch ein recht leistungsschwaches System ist, auch im Gegensatz zu aktuellen Smartphones.

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Mit etwas Geduld lässt sich das System trotzdem gut nutzen. Allerdings sollte man ihm nach der Installation etwas Zeit geben. Hier werden wohl verschiedene Aufgaben abgearbeitet, die das System einige Zeit auslasten. Auch der App-Store F-Droid aktualisiert nach dem ersten Start das Softwareangebot. Auch hier sollte man dem System die Zeit geben die es braucht, bevor man es richtig einsetzt.

Leider hatte ich durchaus auch mit einigen Abstürzen zu kämpfen. So hat beispielsweise das Anfertigen von Screenshots regelmäßig zum Absturz des Android Launchers geführt. Es kam sogar zu vereinzelten Neustarts, wenn das System ausgelastet ist und ich trotzdem versucht habe weitere Apps zu öffnen, oder zwischen Apps zu wechseln.

So ganz zu Hause scheint sich Android auf dem Raspberry Pi bisher noch nicht zu fühlen. Nutzt man eine einzelne App im Vordergrund und gibt dem System beim Wechsel zwischen Apps die Zeit die es braucht, dann lässt sich Android mit Emteria.OS auf dem Raspberry Pi jedoch gut benutzen.

Fazit

Aufgrund der genannten Einschränkungen bei Geschwindigkeit uns Stabilität eignet sich Emteria.OS weniger, um mit dem Raspberry Pi ein eigenes Tablet auf Android Basis zu bauen.

Allerdings sind viele andere Projekte denkbar, für die das Sytem eine gute Ausgangslage bietet. Hier kommen mir besonders Infodisplays in den Sinn, die auch zu Hause beispielsweise über das Wetter, die Verkehrssituation oder anstehende Termine informieren.

Auch die Verfügbarkeit von Unmengen an Android-Apps (auch ohne Google-Play-Store) spricht für die Verwendung von Android als Basis für ein Raspberry Pi Projekt.

Mit der kostenlosen Testversion lädt Emteria.OS auf jeden Fall zum experimentieren ein.


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