Viele haben das Gefühl, dass ihr Computer mit der Zeit immer langsamer wird. Die Gründe dafür können entweder in der Hardware oder der Software liegen. Manch einer greift in einem solchen Fall zu einem Tool, das verspricht, mit einem Klick den Computer aufzuräumen und wieder schneller zu machen.

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Solche Tools sollte man mit sehr viel Vorsicht genießen. Häufig wird von diesen Programmen viel versprochen und wenig gehalten. So ist das häufig vorgenommene Aufräumen der Registry nicht nur nutzlos, sondern unter Umständen sogar gefährlich. Alte Registryeinträge belegen nur wenige Byte Speicherplatz und haben keinerlei negative Auswirkungen auf die Geschwindigkeit.

Auch das Freigeben von Arbeitsspeicher ist eine zweifelhafte Angelegenheit. Wenn ein Programm genutzt wird, wird es zwangsläufig wieder in den Arbeitsspeicher geladen. Wenn nicht genug RAM zur Verfügung steht, muss man diesen Aufrüsten. Da kann keine Software helfen.

Wenn man also das Gefühl hat dass der eigene Computer langsam ist, ist es sinnvoller zu analysieren was der Grund dafür ist. Dabei kann das Tool WhySoSlow helfen.

Warum ist mein Computer so langsam? Mit WhySoSlow herausfinden was den Windows 10 Computer langsam macht

WhySoSlow kann kostenlos von der Downloadseite des Herstellers herunter geladen werden. Für den privaten Einsatz ist das Tool gratis. Wer es in einem professionellen Umfeld einsetzen will, muss die Pro-Version kaufen. Die Pro-Version bietet außerdem zusätzliche Einstellmöglichkeiten.

Wenn man WhySoSlow installiert hat, sollte man es über einen längeren Zeitraum laufen lassen. Nur so kann man sicher stellen, dass das Tool alle Parameter im normalen Einsatz erfasst. Am besten minimiert man das Tool in die Taskleiste und arbeitet anschließend ganz normal weiter.

WhySoSlow erfasst dabei im Hintergrund die Auslastung verschiedener Komponenten.

  • CPU Speed: Moderne Prozessoren laufen nicht mehr mit einer festen Taktfrequenz, sondern passen die Geschwindigkeit nach Bedarf an. Ist die Geschwindigkeit immer am Anschlag, ist das ein Hinweis darauf, dass ein Programm den Prozessor ständig auslastet. Wenn die Geschwindigkeit dauerhaft niedrig ist, wird der Prozessor entweder selten belastet, oder er regelt die Geschwindigkeit nach unten, z.B. wegen Überhitzung. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Prozessor über die Energieeinstellungen gedrosselt wird um Energie zu sparen. Wenn der Prozessor die beworbene Taktfrequenz nicht erreicht, lohnt es sich auch die Energieeinstellungen zu prüfen.
  • CPU Temperatur: Bei zu hoher Temperatur drosseln Prozessoren die Leistung. Dann sollte man für eine bessere Kühlung des Computers sorgen.
  • CPU-Load: Zeigt die Auslastung des Prozessors an. Wenn man gerade keine Programme geöffnet hat, die CPU-Load aber dauerhaft über ca. 10% liegt, dann werden zu viele Hintergrundanwendungen ausgeführt. Man sollte dann über den Taskmanager prüfen, welche Programme im Leerlauf den Prozessor belasten. Außerdem lohnt es sich einen Blick in den Autostart von Windows zu werfen und unnötig beim booten gestartete Programme zu deaktivieren.
  • Kernel Responsiveness: Die Reaktionszeiten des Betriebssystemkernels. In der Regel hat man hier wohl keinen direkten Einfluss. Wenn diese jedoch schlecht ist, sollte man prüfen ob man die neuesten und originalen Treiber für sein Mainboard installiert hat.
  • App-Responsiveness: Die Reaktionszeit von Programmen. Kann Auskunft über die “gefühlte” Geschwindigkeit des Systems geben. In der Regel ist die App-Responsiveness jedoch so gering, dass es keine Auswirkung auf die gefühlte Geschwindigkleit des Systems hat. Sie kann allerdings für Real-Time Anwendungen zum Problem werden. Beispielsweise bei Live-Audioaufnahmen.
  • Memory Load: Die Auslastung des Arbeitsspeichers. Eine Hohe Auslastung des RAM ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Ungenutzter RAM bringt nichts. Daher tendieren Betriebssysteme dazu, Daten im Arbeitsspeicher vorzuhalten die der zeit gar nicht benötigt werden. Dies dient dazu das System zu beschleunigen. Problematisch wird eine hohe Auslastung des RAM dann, wenn das Betriebssystem Daten aus dem Arbeitsspeicher auf die Festplatte auslagert. Dies verlangsamt das System und ist ein Hinweis darauf, das RAM aufgerüstet werden sollte. Ein Hinweis darauf ist das häufige Auftreten von Hard Pagefaults, siehe auch im Beitrag [Zu wenig RAM über Auftreten von hard faults identifizieren].
  • Hard Pagefaults: Zeigen an, dass das System Daten auf die Festplatte auslagert, die eigentlich in den Arbeitsspeicher gehören. Man sollte über den Taskmanager prüfen, ob mehrere besonders speicherhungrige Programme laufen und ggf. den Arbeitsspeicher aufrüsten.
WhySoSlow Benutzeroberfläche

Über den Button “Analyze” kann man sich außerdem eine Auswertung der gesammelten Daten erstellen lassen. Auf mehreren Systemen die ich getestet habe, wird hier das “Bios and chipset behaviour” aufgrund niedriger Reaktionszeiten bemängelt. Dabei sollte man beachten, dass hier von Mikrosekunden die Rede ist. Auch dies sollte nur bei Echtzeitanwendungen wie Live-Video- oder Audiobearbeitung eine Rolle spielen.

WhySoSlow Bericht

Mit WhySoSlow kann man das Verhalten seines Computers über einen längeren Zeitraum analysieren. In vielen Fällen lassen sich damit bereits die Hardwarekomponenten identifizieren, die den Computer verlangsamen. Zumindest aber bekommt man Hinweise, wo man weiter forschen kann. Wenn Programme beispielsweise langsam reagieren, kann man die Hintergrundanwendungen prüfen, oder die Lese-/Schreibleistung der Datenträger testen.

WhySoSlow verspricht nicht, die Geschwindigkeitsprobleme des Computers mit einem Klick zu lösen. Dafür bekommt der User eine sinnvolle Auswertung der Systemleistung. Dabei verlässt sich das Tool ausschließlich auf messbare und nachprüfbare Zahlen.

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